Johann Eleazar Zeißig (1737–1806),
genannt Schenau.

Leben und Werk

1737

Am 8. November Geburt von Johann Eleazar Zeißig, des späteren Schenau, als siebentes von elf Kindern.

1749

Schenau soll als Lehrling in der Friedrichschen Tapetenfabrik bei Dresden beginnen, kann aber das Lehrgeld nicht zahlen. Deshalb übernimmt er mit zwölf Jahren eine Schreiberstelle beim Advokaten Dr. Raufuß in Dresden. Gleichzeitig belegt er an der Kunstakademie Seminare und lernt vor allem bei dem Maler Christoph Beßler. Durch dessen Vermittlung wird er bei Charles-François de Silvestre als Schüler aufgenommen.

1757

Bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges am 9. August flieht Silvestre nach Paris und nimmt Schenau mit. Dort Unterricht im Kreis um den deutschen Kupferstecher und Kunsthändler Johann Georg Wille.

1760

Von Paris aus bereist Schenau Manufakturen, zeichnet für Kupferstecher, Bildschnitzer, Goldschmiede usw.

1764

Am 6. Februar 1764 Gründung der Akademie von Dresden, Leipzig und Meißen mit Christian Ludwig von Hagedorn als „Generaldirektor der Künste, Kunstakademien und dahingehöriger Galerien und Cabinets“.

1765

In Paris erscheint Schenaus Radierungsfolge „Achetez mes petites eaux-fortes“.

1770

Auf Anregung von Hagedorns und empfohlen von Wille kommt Schenau als Mitglied an die Kunstakademie nach Dresden.

1771

Christian Leberecht Vogel und Gottlieb Schiffner werden Schenaus bedeutendste Schüler. Sein Schüler Christian Friedrich Stölzel tritt als Kupferstecher hervor.

1772

Durch Hagedorn vermittelt, malt Schenau „Die kurfürstlich-sächsische Familie“. Im selben Jahr stellt er auch „Das Kunstgespräch“ fertig.

1773

Am 10. Januar wird Schenau die Leitung und die Reorganisation der Zeichenschule der Meißener Porzellanmanufaktur als Obermaler, Vorsteher und Direktor übertragen.

1774

Schenau wird zum Professor der Kunstakademie in Dresden ernannt, ohne seine Tätigkeit in Meißen aufgeben zu dürfen.

um 1775

Schenau wendet sich verstärkt dem Historienbild und allegorischen Kompositionen zu. Er stellt sein Rezeptionsbild für die Akademie fertig: „Priamos bittet Achill um die Leiche Hektors“ im antikisierenden Geschmack.

1777

Der Direktor der Kunstakademie in Dresden Charles Hutin stirbt 1776, Giovanni Battista Casanova und Schenau übernehmen abwechselnd dessen Amt. Schenau kauft sich ein Haus in der Dresdener Kreuzgasse.

1778

Auf Bitte des Oberschulmeisters und Organisten aus Großschönau Johann Friedrich Goldberg setzt sich Schenau für die Befreiung der Damastweber vom Militärdienst ein.

1786

Auf der Akademieausstellung erregt Schenaus Gemälde „Christi Auferstehung und Himmelfahrt“ Aufsehen.

1788

Am 12. April 1788 wird Schenau mit dem Altarbild „Die Kreuzigung Christi“ für die Kreuzkirche in Dresden beauftragt; vier Jahre später ist das Gemälde fertig.

1795

Nach Casanovas Tod ist Schenau alleiniger Direktor der Kunstakademie in Dresden.

1796

Nach zwanzigjähriger Amtszeit legt Schenau sein Direktorenamt in Meißen nieder.

1797

Creszentius Seydelmann rückt in das Amt des Akademiedirektors neben Schenau auf.

1801

Das Dresdener Akademiedirektorat wird um Joseph Grassi erweitert.

1804

Ab 1804 werden in den Katalogen der Akademieausstellungen keine Schenau-Schüler mehr aufgeführt.

1806

Schenau erkrankt, setzt am 22. August sein Testament auf und stirbt am 23. August unverheiratet und kinderlos in Dresden. Er wird am 27. August auf dem Dresdener Johannesfriedhof beigesetzt.