Blick von der Kirche gegen das Niederdorf, Fotografie von Eckhard Schumann, um 1985

Blick von der Kirche gegen das Oberdorf, Fotografie von Eckhard Schumann, um 1985

Großschönau, Lithografie, um 1860

Großschönau, Fotografie, um 1900

Großschönau, Lithografie, um 1880

Villen Großschönauer Fabrikanten, Postkarte, um 1910

Ortsgeschichte

Die Gemeinde Großschönau am Fuße des Zittauer Gebirges blickt zurück auf kulturhistorische Sternstunden, die ihre Strahlkraft bis heute bewahrt haben – zu spüren im gesamten Ort, beeindruckend bezeugt im Deutschen Damast- und Frottiermuseum.

1666 webten die Großschönauer den ersten Damast. Rasch entwickelte sich der Ort zu einem bedeutenden Zentrum der Damastweberei. Die Großschönauer Bildgewebe waren bald ein exklusives, weltbekanntes Luxusgut. Spezialisiert hatten sich die hiesigen Weber vor allem auf kostbare Tafelwäsche, vorwiegend vom europäischen Adel und Hochadel nachgefragt. Nirgendwo in Deutschland wurde so lange und so viel Damast gefertigt wie in Großschönau.

1737 erblickte ein Oberlausitzer das Licht der Welt, der die europäische Kunstwelt nachhaltig beeinflussen sollte: Johann Eleazar Zeißig (1737–1806), genannt Schenau, Sohn einer Großschönauer Damastweberfamilie. Der in Paris und Dresden tätige Zeichner und Maler nimmt am Wendepunkt zwischen Rokoko und Klassizismus einen bedeutenden Platz in der Kunstgeschichte ein. Als Direktor der Kunstakademie trug er maßgeblich zu Dresdens Ruf als Kunststadt bei – ebenso aktiv beeinflusste er die Entwicklung seines Geburtsorts.

1856 begannen die Großschönauer – wiederum als erste in Deutschland – mit dem Weben kunstvoller und hochwertiger Frottierwaren. Auch diese wurden weltbekannt. Die Fertigung von Frottier beflügelte, wie die des Damast, das Unternehmertum des Weberdorfes. Dank der Frottana Textil GmbH & Co. KG sowie der Damino GmbH sind textile Erzeugnisse hoher Qualität aus Großschönau nach wie vor rund um den Erdball ein Begriff.

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