Frottier

Frottier ist ein Schlingengewebe. Es besitzt zwei Kettfadensysteme, die Grundkette und die Polkette, sowie ein Schußfadensystem. Die Polketten, die die Schlingen bilden, müssen mit lockerer Spannung verarbeitet werden, während die Grundkette beim Webprozess immer unter starker Spannung bleibt.

Der Ursprung der Frottierherstellung, d.h. der Fertigung von Schlingengeweben, liegt im vorderen Orient. Nach einem Türkeibesuch sandte der Engländer Heny Christie seinem Bruder in den Fairfield-Werken in Droylsden, England, ein in Handarbeit hergestelltes Handtuch mit Schlingen auf der Oberseite. Dadurch angeregt experimentierten die Hillgate-Werke in Stockport mit der Herstellung von Tüchern mit Schlingenoberfläche. Um 1850 entstand der erste Handwebstuhl, mit besonderen technischen Vorrichtungen der die Herstellung von Frottierstoffen ermöglichte. Bereits 1852 wurden die ersten mechanischen Frottierwebstühle entwickelt. Einige der ersten in England hergestellten Frottierhandtüchern wurden Königin Victoria geschenkt. Diese fanden soviel Anklang, dass die Wäschekammer des Hofes daraufhin sechs Dutzend bestellte.

Im englischen Sprachraum wird bis heute die Bezeichnung “turkish towel” für Frottiertuch und “turkish loom” für den Frottierwebstuhl verwendet.

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