Anregender Gedankenaustausch bei einem Empfang nach der Festveranstaltung in der Großschönauer Webschule

Gelungene Festveranstaltung an historischem Ort

Mit reger Beteiligung fand auf Einladung des Fördervereins Deutsches Damast- und Frottiermuseum Großschönau e.V. und der Gemeindeverwaltung Großschönau am 11. September 2009 in der traditionellen Großschönauer Webschule eine Festveranstaltung besonderer Art statt – gewidmet den Vereinen in unserem Ort in Vergangenheit und Gegenwart.  An zwei verdienstvolle Vereine wurde aus aktuellem Anlass besonders erinnert, an den vor 160 Jahren gegründeten Verein „Saxonia“ und den 40 Jahre später entstandenen „Verein für Ortskunde“. Beide hatten umfangreiche Sammlungen, die letztlich den Grundstock der Exponate des 1905 eröffneten Krumbholzmuseums bildeten, des Vorläufers des heutigen Deutschen Damast- und Frottiermuseums.

In seinem Festvortrag ging der Vorsitzende des Fördervereins, Prof. Dr. Wolfgang Uhr, zunächst auf die gesellschaftlichen Bedingungen zur Gründungszeit der „Saxonia“ ein. Es war eine Zeit des wirtschaftlichen und politischen Umbruchs, sich entwickelnder geistiger Freiheit, in der ein zunehmendes Bedürfnis nach Bildung, Unterhaltung, sinnvoller Betätigung in breiten Kreisen der Bevölkerung entstand – der Nährboden für die Gründung mannigfaltiger Vereine. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an nahmen Vereine in unserem Ort einen wichtigen Platz im gesellschaftlichen Leben ein. Jeder zehnte Einwohner war Mitglied eines oder mehrerer Vereine. Einer der bedeutendsten Vereine war die „Saxonia“, die am 4. Januar 1849 gegründet wurde, in Spitzenzeiten ca. 400 Mitglieder zählte und das kulturelle Leben in Großschönau in besonderem Maße bereichert hat. Volksbildung und Heimatpflege standen im Mittelpunkt des gemeinnützigen Wirkens. Prof. Uhr zeichnete die Entwicklung dieses Vereins sowie des 1902 in der „Saxonia“ aufgegangenen „Vereins für Ortskunde“ detailliert nach, wobei er auch auf die vom Geist der „Saxonia“ getragenen Aktivitäten der Ortsgruppe des Kulturbundes nach Ende des zweiten Weltkrieges einging. Die „Saxonia“ selbst war durch Erlass der sowjetischen Militäradministration 1945 aufgelöst worden.

Bürgermeister Frank Peuker würdigte in seinem Vortrag die Vereinsarbeit in der Gemeinde heute, durch die das gesellschaftliche Leben im Ort ganz wesentlich geprägt wird. Er betonte, dass gerade der ehrenamtliche Einsatz für das Gemeinwohl unsere Gesellschaft zusammenhält und zu einem als positiv empfundenen Lebensgefühl in einer Kommune beiträgt. Mit 35 Vereinen verfügt unsere Gemeinde heute über eine durchaus nicht selbstverständliche Breite an bürgerschaftlichem Engagement in unterschiedlichsten Bereichen. Die Zusammenarbeit der Gemeindeverwaltung mit den Vereinen, so der Bürgermeister, soll auch in Zukunft weiter gefördert und ausgebaut werden.

Die festliche musikalische Umrahmung der Veranstaltung hatte traditionell der Volkschor unter Leitung von Frau Gabriele Ulbrich übernommen. Der späte Nachmittag erhielt dadurch einen besonders festlichen Glanz, wozu auch die von der Gärtnerei Thielemann bereit gestellte Blumendekoration beitrug. Im Anschluss an die Veranstaltung gab es bei einem kleinen Empfang die Möglichkeit zum zwanglosen Gedankenaustausch – ein Angebot, das wie das Bild zeigt rege genutzt wurde.