Geschichte der Damastherstellung in Großschönau

Zwei Großschönauer Leinenweber, die Brüder Friedrich und Christoph Lange, wurden vom Zittauer Rat nach Holland geschickt um die Damstweberei zu erlernen und die Herstellung dieses Luxusgutes auch in ihrer Heimat zu ermöglichen. 1666 kehrten die beiden mit dem Wissen um die Damastherstellung nach Größschönau zurück und führten diese in ihrer Heimat ein. Schon wenige Jahrzehnte später war Großschönauer Tafelwäsche aus Leinendamast weltbekannt. Neben der Herstellung von Tafeltüchern und Servietten wurden Damaststoffe auch für den kirchlichen Gebrauch und für dekorative Zwecke fabriziert. In Deutschland gibt es keinen anderen Ort, in dem so viel und so lange Damast gewebt wurde wie in diesem Oberlausitzer Dorf. Hier waren bis zu 1000 Damastwebstühle in Betrieb, und 3/4 der Bevölkerung lebten damals von diesem Handwerk. Die Jahresproduktion hatte 1834 einen Wert von 400.000 Talern. Zu den bevorzugten Motiven gehörten biblische Szenen, Wappen, Ansichten von Städten und Sehenswürdigkeiten, Blumen und Jagdszenen. Gedenktücher würdigten Friedensschlüsse und andere historische Ereignisse.