Inhaltlich befasste sich diese Ausstellung unter dem Titel

„Faszination in Form und Gestalt“

vorwiegend mit Themen aus der Mythologie und der Sagenwelt. Die  bei uns gezeigten Werke waren nicht nur von den für unsere europäische Kultur bekannten klassischen antiken griechisch-römischen Mythen beeinflusst, sondern auch von den, bei Dieter Strahls Reisen u.a. nach Frankreich, Tunesien und vor allem Brasilien, diesbezüglich dort gemachten Erfahrungen und Erlebnissen.

Herr Strahl sagte selbst über seine Ausstellung in unserem Museum: „Die Ausstellung soll erstmals in einer Geschlossenheit das Gegenteil einer Zerstörung und Negierung des Formenreichtums der Natur und alten Traditionen demonstrieren. Nicht als Rückständigkeit sondern als Pflege handwerklicher Grundlagen soll es verstanden werden, aber nicht nur zum sehen sondern auch zum Nachdenken anregen.“

Aufgegriffene Themen waren u.a. Erschaffungsmythen („Die Zeugung des Merowech“) sowie Prozesse der Zerstörung („Malles Maleficarum“) und Erneuerung z. B. innerhalb der Natur („Die Erdmutter verlässt ihr Gehäuse“). Bei aller Historie, mit der Mythen nun einmal verknüpft sind, gelingt es dem Künstler Dieter Strahl auch zeitgenössische Bezüge herzustellen. So sprechen die Werke im weitesten Sinn  hochaktuelle Fragen und Probleme heutiger Zeit an bzw. zeigen diese kritisch auf.

Die Wirkung der Pastell- und  vor allem der Ölkreide kommt dem ausgebildeten Bildhauer sehr entgegen. Er versteht es, seinen Abbildungen auf dem zweidimensionalen Malgrund plastischen Charakter zu geben bzw. die Formen regelrecht zu modellieren.

Bei dieser Malweise gelingt es Dieter Strahl, und dies ist eines seiner Anliegen, dem Betrachter die natürliche Schönheit der Form zu erhalten und begreifbar zu machen. Damit setzt er sich dem abstrakten überhöhten Symbolismus entgegen, der die Formen nur verstümmelt, zerstört oder als Stückwerk wiedergibt.