Liropol
Anfang der 70er Jahre wurde im VEB Wirkmaschinenbau Karl-Marx-Stadt ein aus der erzgebirgischen Posamentenindustrie bekanntes Verfahren in eine hochproduktive Lösung zur Herstellung von Frottierstoffen umgesetzt. Die Bezeichnung Liropol ist aus Llndner. ROscher und POLware zusammengesetzt. Liropolgewirke sind ein "Maschenstoff" mit drei Fadensystemen. Die in Kettrichtung gerade durch den Stoff gehenden Wirkfäden bilden Maschen, an denen die Schussfäden als "Füllmaterial" und die Schlingen bildenden Polkettfäden "angehängt" werden. Ähnlich wie bei Malipol entsteht die Schlinge dadurch, dass der einbindende Polfaden durch eine Platine in einem bestimmten Abstand von der Wirkkette und dem Schussfäden festgehalten und erst nach Abschluss der Maschenbildung freigegeben wird. Jede Wirkstelle besteht aus mehreren Präzisionselementen, wie Platinen und Nadeln, für die Steuerung der verschiedenen Fadensysteme wahrend der Bildung des Gewirkes. Den Wirkstellen, von denen 12 auf 25 mm Arbeitsbreite angeordnet sind, werden je ein. Wirkladen, ein Schussfaden und zwei Polfäden zugeführt. Bei 1800 mm Arbeitsbreite liegen etwa 860 solcher Wirkstellen nebeneinander, die pro Minute auf jeder Warenseite bis zu 400 000 Schlingen bilden können. Während Frottiergewebe aus Baumwolle hergestellt wird, verarbeitet man bei Liropol als Wirkfaden eine Polyester- oder Polyamidseide. Ein Nachteil der alternativen Frottierstoffe Malipol und Liropol besteht darin, dass die Musterungsmöglichkeiten im Vergleich zu Frottiergeweben begrenzt sind. Für eine attraktive Druckdessinierung sind Liropolgewirke dagegen gut geeignet.